Welche Firmen bauen WLAN Repeater?

Redaktion
Welche Firmen bauen WLAN Repeater?

Wer einen WLAN Repeater kaufen möchte, steht schnell vor einem unübersichtlichen Angebot. Dutzende Modelle, unterschiedliche Frequenzbänder, Mesh-fähig oder nicht, Wandsteckdose oder Tischgerät. Was dabei weniger auffällt: Hinter diesen Produkten stehen sehr unterschiedliche Unternehmen mit verschiedenen Ursprüngen, Kernkompetenzen und Zielgruppen. Ein Blick auf die Herstellerlandschaft lohnt sich, weil er erklärt, warum sich manche Geräte in Preis, Qualität und Support so stark unterscheiden.

Die etablierten Netzwerkhersteller

Den größten Marktanteil halten Unternehmen, die ursprünglich aus dem professionellen Netzwerkbereich kommen. TP-Link aus dem chinesischen Shenzhen ist seit Jahren einer der volumenstärksten Anbieter weltweit. Das Unternehmen wurde 1996 gegründet und vertreibt seine Konsumentenprodukte in Europa unter dem Markennamen TP-Link, während die Business-Sparte unter “Omada” firmiert. Repeater wie der RE605X oder der RE900XD sind typische Massenprodukte mit breiter Verfügbarkeit und niedrigem Einstiegspreis.

NETGEAR, 1996 in den USA gegründet, verfolgt eine etwas andere Strategie. Das Unternehmen positioniert sich im mittleren bis oberen Preissegment und setzt stark auf Mesh-Systeme unter der Marke “Orbi”. Klassische Repeater spielen bei NETGEAR eine zunehmend kleinere Rolle, weil das Unternehmen früh auf dezentrale Netzwerklösungen gesetzt hat.

ASUS aus Taiwan ist ebenfalls ein relevanter Akteur. Ursprünglich als Motherboard-Hersteller groß geworden, hat ASUS seit den 2010er-Jahren ein ernstzunehmendes Netzwerkportfolio aufgebaut. Die “ZenWiFi”-Serie kombiniert Repeater-Funktionalität mit Mesh-Architektur und richtet sich an technisch versierte Nutzer, die Wert auf detaillierte Konfigurationsmöglichkeiten legen.

Telekommunikationsanbieter als Hardwarehersteller

Eine oft übersehene Gruppe sind Telekommunikationsunternehmen, die eigene Hardware entwickeln oder bei OEM-Herstellern in Auftrag geben. AVM aus Berlin ist hier das bekannteste deutsche Beispiel. Die FRITZ!-Produktlinie, zu der auch WLAN-Repeater gehören, ist im deutschsprachigen Raum Marktführer. AVM entwickelt Soft- und Firmware selbst und pflegt diese über viele Jahre, was in der Branche keine Selbstverständlichkeit ist. Die FRITZ!Repeater lassen sich nahtlos in das FRITZ!Box-Ökosystem einbinden und unterstützen Mesh über das proprietäre FRITZ!Mesh-Protokoll.

Daneben bieten Carrier wie die Deutsche Telekom oder Vodafone eigene Repeater an, die oft an die jeweilige Router-Hardware gebunden sind und außerhalb des eigenen Ökosystems wenig Flexibilität bieten. Diese Geräte sind häufig umgelabelte Produkte anderer Hersteller.

Ein breites Feld an Herstellern

Wer systematisch recherchiert, welche Firmen WLAN Repeater bauen, stößt schnell auf ein deutlich breiteres Spektrum als erwartet. Neben den bekannten Marken existieren zahlreiche kleinere Anbieter aus Asien, die unter Eigenmarken oder im sogenannten White-Label-Bereich produzieren. Marken wie Tenda, D-Link oder Mercusys (eine TP-Link-Tochter im Einstiegssegment) bedienen Preisklassen unter 20 Euro und richten sich an Nutzer, für die der Anschaffungspreis das wichtigste Kriterium ist.

Die technische Grundlage vieler Geräte unterschiedlicher Marken ist dabei oft identisch. Chipsätze von Qualcomm Atheros, MediaTek oder Realtek stecken in Produkten verschiedenster Hersteller. Was sich unterscheidet, ist die Firmware, die Antennenauslegung, das Gehäusedesign und der After-Sales-Support.

Mesh-Systeme verändern den Markt

Der klassische Repeater, der einfach ein vorhandenes WLAN-Signal verstärkt und unter einer neuen SSID weitergibt, verliert gegenüber Mesh-Systemen an Bedeutung. Bei Mesh-Netzwerken kommunizieren mehrere Zugangspunkte untereinander und bilden ein einheitliches Netz mit einer SSID. Mesh-Netzwerke ermöglichen es Endgeräten, nahtlos zwischen Knotenpunkten zu wechseln, ohne die Verbindung zu unterbrechen.

Hersteller wie Eero (seit 2019 zu Amazon gehörend), Google Nest oder Ubiquiti mit seiner UniFi-Linie haben diesen Wandel beschleunigt. Ubiquiti richtet sich dabei explizit an professionelle Installationen und Unternehmen. Die UniFi-Access-Points werden über eine zentrale Software verwaltet und sind nicht für den typischen Heimanwender gedacht, der ein einzelnes Gerät per App einrichten möchte.

Startups und Nischenanbieter

Im Startup-Segment gibt es einige Unternehmen, die mit proprietären Protokollen oder besonders einfacher Bedienung punkten wollen. Devolo aus Aachen verbindet WLAN-Repeater-Funktionalität mit Powerline-Technologie. Das Prinzip: Das Netzwerksignal wird über die Haushaltsstromleitung übertragen und an einem anderen Ort wieder als WLAN ausgegeben. Für Altbauten mit schlechter WLAN-Ausbreitung kann das eine sinnvolle Alternative sein.

Reyee, eine Marke von Ruijie Networks, positioniert sich zwischen Heimanwender und professioneller Installation. Das Unternehmen kommt aus dem chinesischen Enterprise-Netzwerkmarkt und versucht, dieses Know-how in erschwingliche Mesh-Systeme für KMU und technisch interessierte Privatanwender zu übersetzen.

Technische Standards als gemeinsame Basis

Unabhängig vom Hersteller orientieren sich alle Geräte an denselben technischen Normen. Die WLAN-Standards werden vom Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) definiert. Der derzeit verbreitetste Standard ist Wi-Fi 6 (802.11ax), der gegenüber dem Vorgänger Wi-Fi 5 (802.11ac) eine höhere Effizienz im Mehrgerätebetrieb bietet. Wi-Fi 6E erweitert das nutzbare Spektrum um das 6-GHz-Band, was Repeater in diesem Segment teurer, aber auch leistungsfähiger macht.

Für Verbraucher bedeutet diese gemeinsame Normenbasis, dass Geräte verschiedener Hersteller grundsätzlich interoperabel sind, solange sie dieselben Standards unterstützen. In der Praxis entstehen Einschränkungen aber durch proprietäre Mesh-Protokolle: Ein FRITZ!Repeater lässt sich nicht in ein Orbi-Mesh von NETGEAR integrieren.

Worauf es bei der Hersteller-Wahl ankommt

Die Entscheidung für einen bestimmten Hersteller hängt von mehreren Faktoren ab, die über den Preis hinausgehen:

  • Firmware-Support: Wie lange stellt der Hersteller Sicherheitsupdates bereit? AVM und ASUS haben hier eine überdurchschnittlich gute Bilanz, viele No-Name-Anbieter stellen Updates nach kurzer Zeit ein.
  • Ökosystem-Kompatibilität: Wer bereits einen Router einer bestimmten Marke nutzt, sollte prüfen, ob ein Repeater derselben Marke Vorteile bietet.
  • Konfigurierbarkeit: Professionelle Nutzer benötigen Zugang zu erweiterten Einstellungen. Einsteigergeräte bieten oft nur eine App ohne Webinterface.
  • Garantie und Support: Europäische Hersteller oder Unternehmen mit europäischer Niederlassung bieten im Streitfall einfachere Rückgabewege.

Der Markt für WLAN Repeater ist kein homogenes Segment. Er reicht von globalen Konzernen mit Milliardenumsätzen bis zu kleinen Anbietern, die unter mehreren Marken dieselbe Hardware verkaufen. Wer das weiß, trifft beim Kauf die bewusstere Entscheidung.

Share This Article