Wenn der FI-Schutzschalter immer wieder auslöst, meldet er fast immer einen echten Fehlerstrom – meist aus einem defekten Gerät, aus Feuchtigkeit oder aus einer beschädigten Leitung. Wer das betroffene Gerät durch einfaches Ausstecken findet, kann oft selbst weitermachen. Lässt sich der Schalter aber gar nicht mehr einschalten, riecht es verschmort oder ist die halbe Wohnung ohne Strom, gehört die Fehlersuche in die Hände eines konzessionierten Elektrikers. In Wien ist das rund um die Uhr möglich.
Kurz erklärt
- Der FI-Schalter (Fehlerstromschutzschalter, RCD) trennt den Stromkreis, sobald ab etwa 30 mA Strom über einen falschen Weg abfließt.
- Häufigste Ursachen: defekte Haushaltsgeräte, Feuchtigkeit in Außen- oder Badsteckdosen, beschädigte Leitungen, Summe vieler kleiner Ableitströme.
- Die ÖVE/ÖNORM E 8101 schreibt Fehlerstromschutz für Steckdosenstromkreise bis 32 A vor – den FI dauerhaft zu überbrücken ist lebensgefährlich und unzulässig.
- Haben auch die Nachbarn keinen Strom, ist der Netzbetreiber zuständig, in Wien die Wiener Netze unter 0800 500 600.
Was macht ein FI-Schutzschalter eigentlich?
Der FI-Schutzschalter vergleicht laufend den Strom, der in einen Stromkreis hineinfließt, mit dem, der zurückkommt. Weicht beides um mehr als den Bemessungsfehlerstrom ab – in Wohnungen meist 30 mA –, schaltet er in Sekundenbruchteilen ab.
Der Unterschied zwischen Hin- und Rückstrom bedeutet: Irgendwo fließt Strom über einen Weg ab, der dafür nicht vorgesehen ist. Das kann das Schutzleitersystem sein, feuchtes Mauerwerk oder im schlimmsten Fall ein menschlicher Körper. Genau dafür ist der Schalter da. Schon rund 50 mA durch den Körper können Herzkammerflimmern auslösen, deshalb liegt die Auslöseschwelle für den Personenschutz bei 30 mA. Vom Leitungsschutzschalter, umgangssprachlich „Sicherung“, unterscheidet sich der FI grundlegend. Der Leitungsschutzschalter reagiert auf Überlast und Kurzschluss, also auf zu viel Strom. Der FI reagiert auf verlorenen Strom. In Österreich ist die ÖVE/ÖNORM E 8101 die maßgebliche Errichtungsnorm für Niederspannungsanlagen. Über die Elektrotechnikverordnung 2020 auf Grundlage des Elektrotechnikgesetzes 1992 ist sie für neue Anlagen verbindlich. Ein Schalter, der auslöst, macht also seinen Job. Er zeigt, dass im Stromkreis etwas nicht stimmt.
Warum löst der FI-Schalter ständig aus?
In der Praxis stecken hinter wiederholtem Auslösen fast immer fünf typische Ursachen: ein defektes Gerät, Feuchtigkeit, eine beschädigte Leitung, zu viele Ableitströme auf einem FI oder ein alterndes Schutzgerät selbst.
Ganz vorne liegen Geräte mit Heizelementen. Waschmaschine, Geschirrspüler, Wasserkocher und Elektroboiler haben Heizstäbe, deren Isolierung mit den Jahren nachlässt. Dann fließt ein kleiner Strom über das Gehäuse ab. Typisch: Der FI fällt immer dann, wenn ein bestimmtes Programm aufheizt. Zweiter Klassiker ist Feuchtigkeit. Außensteckdosen auf Balkon und Terrasse, Gartenbeleuchtung oder eine undichte Stelle im Bad sorgen nach Regen oder Starkregen für Kriechströme. Löst der Schalter nur bei nassem Wetter aus, ist das ein deutlicher Hinweis. Drittens: mechanische Schäden. Ein Nagel oder Bohrloch in einer Unterputzleitung, eingeklemmte Kabel oder von Mardern angenagte Leitungen im Dachboden. Viertens summieren sich Ableitströme. Computer, Netzteile, LED-Treiber und Wärmepumpen haben Entstörfilter, die jeweils einige Milliampere ableiten. Hängen zu viele davon an einem einzigen FI, reicht ein zusätzliches Gerät zum Auslösen. Fünftens können Überspannungen nach Gewittern oder ein schlicht altersschwacher FI Fehlauslösungen verursachen.
| Beobachtung | Wahrscheinliche Ursache | Selbst prüfbar? |
|---|---|---|
| FI fällt beim Aufheizen von Waschmaschine oder Boiler | Isolationsfehler im Heizstab | Ja, Gerät ausstecken und testen |
| FI fällt nur bei Regen | Feuchtigkeit in Außensteckdose oder Außenleuchte | Teilweise, Elektriker für Reparatur |
| FI fällt sofort, auch ohne angesteckte Geräte | Fehler in der fest verlegten Leitung | Nein, Isolationsmessung nötig |
| FI fällt nach Bohrarbeiten | Leitung beschädigt | Nein, sofort Elektriker |
| FI fällt sporadisch, keine Regelmäßigkeit | Summe der Ableitströme oder alter FI | Nein, Messung durch Fachbetrieb |
Einordnung auf Basis gängiger Fehlerbilder in Wohnanlagen; ersetzt keine Messung vor Ort.
Wie finde ich das auslösende Gerät selbst?
Mit dem Ausschlussverfahren: alle Stecker im betroffenen Bereich ziehen, Leitungsschutzschalter ausschalten, FI wieder einschalten und dann Stromkreis für Stromkreis und Gerät für Gerät zuschalten, bis er erneut fällt.
Das Vorgehen dauert meist keine 20 Minuten. Zuerst alle Geräte in den betroffenen Räumen vom Netz nehmen, auch Stand-by-Geräte wie Fernseher oder Router. Dann im Sicherungskasten alle Leitungsschutzschalter hinter dem FI nach unten legen. Lässt sich der FI jetzt einschalten, liegt der Fehler nicht im Schalter selbst. Nun die Leitungsschutzschalter einzeln wieder einschalten. Fällt der FI bei einem bestimmten Stromkreis, ist der Bereich eingegrenzt. Anschließend Geräte nacheinander anstecken. Löst der FI erst beim Anstecken der Waschmaschine aus, ist der Übeltäter gefunden, und das Gerät bleibt bis zur Reparatur ausgesteckt. Fällt der FI hingegen schon bei leerem Stromkreis, sitzt der Fehler in der fest verlegten Installation, also in Leitungen, Dosen oder Schaltern. An dieser Stelle endet die Selbsthilfe. Arbeiten an der festen Installation sind in Österreich konzessionierten Elektrotechnik-Betrieben vorbehalten, die Gewerbeordnung führt die Elektrotechnik als reglementiertes Gewerbe. Wer den FI stattdessen mit Klebeband fixiert oder überbrückt, setzt den Personenschutz außer Kraft.
Wann ist in Wien ein Elektriker-Notdienst nötig?
Sofort, wenn der FI-Schalter sich trotz abgesteckter Geräte nicht einschalten lässt, wenn Brandgeruch, Funken oder heiße Steckdosen auftreten, wenn Kühlgeräte, Heizung oder medizinische Geräte ausfallen oder wenn der Fehler nach Wasserschäden entsteht.
Vor dem Anruf lohnt eine einfache Frage: Haben die Nachbarn Strom? Ist das ganze Haus oder die Gasse dunkel, liegt die Störung im Verteilnetz. Zuständig sind dann in Wien die Wiener Netze unter der Störungsnummer 0800 500 600, in Niederösterreich die Netz Niederösterreich unter 0810 820 120. Bleibt dagegen nur die eigene Wohnung dunkel und der FI lässt sich nicht mehr einlegen, ist der Elektriker richtig. Für die Suche nach einem Elektriker Notdienst in Wien gibt es Vermittlungsportale wie elektrikernotservice.at, das Anfragen aus allen 23 Wiener Bezirken sowie aus Niederösterreich und dem Burgenland rund um die Uhr unter 0720 971 770 annimmt und an konzessionierte Elektrotechnik-Fachbetriebe aus der Umgebung weiterleitet. Bei der Anfrage wird abgefragt, ob etwa der FI-Schalter fällt oder die Nachbarn betroffen sind, damit der Betrieb passende Ersatzteile mitbringt. Der Partnerbetrieb nennt Anfahrt, Stundensatz und Nachtzuschlag vor der Abfahrt. Das ist wichtig, denn der Vertrag kommt direkt mit dem ausführenden Betrieb zustande, der auch für die Arbeit nach ÖVE/ÖNORM E 8101 verantwortlich ist.
Wichtiger Hinweis: Bei Rauch oder Flammen sofort den Hauptschalter im Sicherungskasten ausschalten und die Feuerwehr unter 122 rufen. Dieser Beitrag ersetzt keine Prüfung durch einen konzessionierten Elektrotechniker.
Wie oft sollte man den FI-Schalter testen?
Hersteller empfehlen, die Prüftaste „T“ etwa alle sechs Monate zu drücken. Löst der Schalter dabei nicht aus, ist er defekt und muss von einem Elektriker getauscht werden.
Die Prüftaste simuliert einen Fehlerstrom. Der Schalter muss dabei hörbar auslösen, danach wird er wieder eingeschaltet. Mechanische Teile im Inneren können über Jahre verharzen, ein FI, der nie getestet wird, kann im Ernstfall hängen bleiben. Ein halbjährlicher Rhythmus lässt sich gut mit der Zeitumstellung im März und Oktober verbinden. Neben dem Selbsttest gibt es die fachliche Überprüfung. Beim sogenannten E-Befund misst ein Elektriker unter anderem Auslösezeit und Auslösestrom des FI sowie den Isolationswiderstand der Leitungen. Für Mietwohnungen spielt der Befund bei Übergabe und Sanierung eine Rolle, für Betriebe gibt die Elektroschutzverordnung wiederkehrende Prüfungen vor. Gerade in Wiener Altbauten mit Leitungen aus den 1960er- und 1970er-Jahren lohnt die Messung: Hier fehlt manchmal noch der durchgehende Schutzleiter, und nachgerüstete FI-Schalter decken dann Schwachstellen auf, die jahrelang unbemerkt geblieben sind.
Was kostet der Einsatz und wie lässt sich der Ausfall vermeiden?
Die Kosten hängen vom Zeitpunkt und Aufwand ab: Nacht-, Wochenend- und Feiertagseinsätze sind mit Zuschlägen verbunden. Wer nicht akut gefährdet ist, spart, wenn er bis zum nächsten Werktag wartet.
Ein seriöser Betrieb nennt Stundensatz, Anfahrtspauschale und Zuschlag vor der Anfahrt, schriftliche Bestätigung per SMS ist ein gutes Zeichen. Vorbeugen lässt sich vielen Auslösungen mit wenig Aufwand. Außensteckdosen sollten eine Schutzart von mindestens IP44 haben und mit Klappdeckel geschlossen bleiben. Ältere Geräte mit Heizstab, die schon einmal auffällig waren, gehören geprüft oder ersetzt. Bei größeren Umbauten, etwa für Wallbox, Wärmepumpe oder Klimaanlage, ist eine Aufteilung der Stromkreise auf mehrere FI sinnvoll. Die ÖVE/ÖNORM E 8101 sieht für bestimmte Verbraucher außerdem eigene FI-Typen vor, zum Beispiel Typ B oder einen Typ A mit Gleichfehlerstromerkennung für Ladestationen. So bleibt bei einem Fehler nicht gleich die ganze Wohnung dunkel. Das kostet einmalig mehr, erspart aber so manchen nächtlichen Notruf.
Häufige Fragen
Darf ich den FI-Schalter einfach wieder einschalten?
Ja, einmal. Fällt er sofort wieder, die Geräte abstecken und das Ausschlussverfahren anwenden. Mehrfaches Einschalten ohne Ursachensuche kann Schäden verschlimmern. Riecht es verbrannt oder ist eine Steckdose heiß, den Schalter unten lassen und einen Elektriker verständigen.
Kann ein FI-Schalter kaputtgehen?
Ja. Mechanische Alterung, Überspannung nach Blitzeinschlägen oder Feuchtigkeit im Verteiler können ihn beschädigen. Er löst dann entweder grundlos aus oder, gefährlicher, gar nicht mehr. Das zeigt der Test mit der Prüftaste. Der Tausch ist Arbeit für einen konzessionierten Elektriker.
Wer zahlt den Elektriker in einer Mietwohnung?
Liegt der Fehler in der fest verlegten Installation, trifft die Erhaltungspflicht nach dem Mietrechtsgesetz in vielen Fällen den Vermieter, besonders bei Gefahr für Leib und Leben. Verursacht ein eigenes Gerät des Mieters den Fehler, zahlt meist der Mieter. Im Zweifel die Hausverwaltung vorab informieren.
Wen rufe ich bei einem Stromausfall im ganzen Haus in Wien?
Sind auch die Nachbarn betroffen, ist die Störung meist im Netz. Die Wiener Netze sind unter 0800 500 600 rund um die Uhr erreichbar. Bleibt nach Behebung der Netzstörung nur die eigene Wohnung ohne Strom, ist ein Elektriker zuständig.
Fazit
Ein FI-Schutzschalter, der ständig auslöst, ist kein Defekt, sondern ein Warnsignal. In den meisten Fällen steckt ein einzelnes Gerät dahinter, das sich mit dem Ausschlussverfahren in wenigen Minuten finden lässt. Lässt sich der FI jedoch auch ohne Verbraucher nicht einschalten, ist die feste Installation betroffen, und das ist Sache eines konzessionierten Betriebs nach ÖVE/ÖNORM E 8101. Wer nachts oder am Wochenende einen Elektriker Notdienst in Wien braucht, erreicht über elektrikernotservice.at Fachbetriebe aus dem eigenen Bezirk. Und: die Prüftaste zweimal im Jahr drücken.
Autor: Redaktion Technik – das Ressort befasst sich mit Haustechnik, Elektroinstallation und Energiethemen und stützt sich auf Normtexte, Gesetzesquellen und Angaben der Netzbetreiber.
Quellen:
Elektrotechnikgesetz 1992 und Elektrotechnikverordnung 2020, Rechtsinformationssystem des Bundes: ris.bka.gv.at
OVE Österreichischer Verband für Elektrotechnik, ÖVE/ÖNORM E 8101: ove.at
Wiener Netze, Störungsmeldung Strom: wienernetze.at
Elektroschutzverordnung 2012, Arbeitsinspektion: arbeitsinspektion.gv.at
Stand: 10. September 2026
